Über neue (und alte) Spiele

Nach einem wunderbaren Gespräch mit @treimannch bin ich natürlich am Nachdenken über das Besprochene.

Wohin wollen wir gehen mit den Games, wohin sollten wir gehen?

Wenn ich mir angucke, was ich heute am liebsten spiele: League of Legends, Neverwinter und Runes of Magic im Onlinebereich, Dragon Age 2 und Konsorten im Offlinebereich und was ich früher am liebsten gespielt habe: Streetfighter (Super Nintendo), Lemminge (okay da war ich aber ganz klein) und Sims, dann frage ich mich, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es da gibt.

Klar die Grafik hat sich verbessert, aber das ist mir offen gestanden ziemlich schnuppe, schöne Grafik bewundere ich 15 Minuten, wenn danach das Game immer noch nicht gut ist, drücke ich auf deinstallieren. (Da bin ich überhaupt sehr radikal geworden in letzter Zeit. Was mich nicht in den ersten 30min Spielzeit überzeugt, wird gelöscht, so geschehen mit Aika (zu stupide), Dragon’s Prophet (zu langweilig, kriegt nach der Beta aber noch ‘ne Chance), GuildWars2 fand ich zwar nach 30min schon doof, hatte es aber etwas länger drauf weil noch Freunde von mir gespielt haben.)

“Wir haben eine tolle Grafik” ist für mich kein Grund ein Spiel zu spielen, auch wenn das natürlich die Screenshots toll aussehen lässt. Das kann ein guter Grafiker aber auch regeln.

Lemminge: Das habe ich mit meinem Opa gespielt, es hat Opa und mich irgendwie verbunden. Bei Opa sein und Lemminge spielen das gehört so zusammen wie bei Opa sein und klischeemäßig die Werthers Echten zugesteckt bekommen. (Danke Opa!)

Street Fighter: Da hab ich mit meinen Freundinnen zusammen gesessen und wir haben uns darin gemessen uns gegenseitig zu verprügeln und dabei Tee getrunken und gequatscht. Manchmal haben wir auch MarioKart gespielt.

Sims: Da hatte ich schon Internet und die Sims hatten eine riesige Community die einen Haufen Kram für die Sims erstellt hat. Communitygenerierter Content ohne Ende.

Bei allen Spielen war es die Gesellschaft die mich begeistert hat, die mich mit dem Spiel verbunden hat. Dazu musste das Spiel aber auch geeignet sein, wie Lemminge das geschafft hat weiß ich nicht, aber Opa hatte auf dem alten Rechner jetzt auch nicht die gigantische Auswahl 😉

Bei StreetFighter war es ganz klar, wir konnten uns messen, gegeneinander spielerisch konkurrieren.

Die Sims haben eben das Erstellen von eigenen Dingen ermöglicht und das war absolut toll.

Und heute?

League of Legends: LoL ist, ebensowie StreetFighter ein kompetetives Spiel. Und was für eines! LoL ist ja doch gigantisch groß, was die Community angeht, man findet immer wen zum Spielen, die Spiele haben einen ganz guten Zeitlichen Rahmen und die Monetarisierung ist a) gut und b) sehr unaufdringlich.

Neverwinter/Runes of Magic: Beide Spiele eint das Fantasy Setting, während NW gerade in der Open Beta ist, ist RoM allerdings schon 4,5 Jahre alt. Beide Spiele haben sehr viele Features die es ermöglichen, immer etwas zu tun zu haben. Einloggen und rumstehen kann man zwar auch, ist aber eben in der Regel nicht nötig. Und die Community: Bei RoM sind es Community-generierte UI Veränderungen, bei NW sind es gleich ganze von der Community erstellten Quests. Beides ist einfach nur unglaublich.

DragonAge & Co: Ein absolut düsteres Fantasy Setting ist es, was mich dazu bringt diese SinglePlayer zu spielen. Tanzen also etwas aus der Reihe, wären es MMOs würde ich sie auch zocken!

NW und LoL haben außerdem beide sehr gut gemachte Möglichkeiten im Community Bereich: Beide haben ein Matching System, wer kein vollzähliges Team oder keine volle Gruppe hat kann sich in eine Warteschlange stellen und wird mit anderen Spielern zusammengebracht. LoL hat überdies das Bewertungssystem, sowohl um seinen Mitspielern Feedback zu geben (war ein toller Gegner, sehr hilfsbereit, viel Teamwork, u.a.). Neverwinter (und RoM) verfügen über integrierte Sprachchats die es ermöglichen ohne Teamspeak, Mumble, Skype oder ähnliches schnell und leicht mit der Gruppe zu kommunizieren.

Etwas anderes ganz Tolles für die Community macht ein anderes Spiel, welches ich bisher nicht genannt habe, aber auch recht lange gezockt habe: in Allods kann man Screenshots, LevelUps und Co direkt auf Facebook oder Twitter teilen – wie geil ist das denn bitte? Werbung für das Spiel und ermöglicht mir als Spieler das schnelle Teilen von schönen Erlebnissen im Spiel.

Ich bin ein Community Fan (hat man vielleicht in den vorausgegangen Absätzen gemerkt). Unter anderem deshalb arbeite ich ja auch als CM. Ich glaube an die Kraft der Community und finde es schlicht faszinierend mit welcher Leidenschaft die Menschen sich den Dingen verschreiben können.

Das wird definitv auch ein zukünftiger Trends in den Spielen sein: mehr Community Orientierung von Anfang an. Bisher lief es in der Regel eher so, dass man erst das Spiel hatte und dann eine Community aufbaute und die dann wieder Einfluss auf das Spiel nahm. Das wird sich ändern. Künftig wird es sicher mehr und mehr Spiele geben die von Anfang an darauf ausgelegt sind, dass die Community sie beeinflussen kann. Sei es durch zum Beispiel das Foundry System von Neverwinter oder durch eingebaute Streaming Möglichkeiten oder gleich durch Sandbox Games.

Mehr erzählen, weniger schreiben: Alte Rollenspiele sind oft sehr textlastig, das ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Neue Rollenspiele müssen auf quälend lange Questtexte, die nur ein paar wenige lesen, verzichten und ihre Story durch Videosequenzen und eine gute Storyführung der Spielercharaktere vermitteln.

Die Umwelt einbinden: Ein Anfang ist gemacht und es wird immer mehr – egal ob aktive körperliche Steuerung, 3D Brillen oder gleich Nutzung des Raums um den PC/die Konsole herum, die Umwelt des Spielers wird mehr und mehr eingebunden.

F2P statt P2P: Wer will schon 6 Monate im Voraus für etwas zahlen, was er vielleicht 2 Monate davon unangerührt lässt? Das P2P Modell ist lange überholt. Neue Spiele sind fast immer F2P.

Zu guter Letzt noch etwas von dem ich hoffe, dass es passiert: “wahres F2P”. Immer mehr Musiker, Schriftsteller oder anders geartete Künstler überlassen das von ihnen Geschaffene kostenlos der Umwelt – und legen sich damit voller Vertrauen in die Arme ihrer Community, freiwillig etwas zu geben, zu spenden. (Tolles Video zum Thema Amanada Palmer: The Art of Asking). Das sollten Spiele sich auch trauen! Beginnend beim Crowdfunding für die Entwicklung bis hin zum Donate-Button auf der Website. (Und davon soll man leben können? Ich denke, das wird bei Gelegenheit ein eigenes Thema).
Noch einmal danke an @treimannch für das Gespräch und die Denkanregungen! Es war mir eine Freude.

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